Samstag, Mai 17, 2008

Meine erste Tagung

Gestern und heute war in Dresden eine Tagung, ich konnte hinfahren und bestritt somit das erste Erlebnis der Art in meinem Arbeitsleben. Mein erstes Zertifikat kann ich nun ebenfalls abheften. Das Sächsische Treffen zur Suchtprävention fand im Hotel Elbflorenz, nobel geht die Welt zugrunde sag ich nur, statt. Gestern abend gab es Vorträge, Betroffener sowie von Ärtzen und anderen Fachleuten. Heute verteilten sich die 300 (von mir stümperhaft geschätzt anhand der Stuhlreihen) auf 12 Arbeitsgruppen. Anwesend waren Betroffene, Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter sowie einige Abgeordnete des Landtages. Mein Projektleiter hatte zwei Gruppen gewählt und ich wanderte dann in eine davon, "Illegale Drogen- stationäre und ambulante Angebote zur Abstinenzsicherung". Ich hatte mir mehr neues Wissen erhofft. Andererseits durfte ich feststellen, dass ich mir in den letzten Monaten schon eine ganze Menge Wissen angeeignet habe und andere eben auch keine Wunderheiler sind und keine Rezepte bereit halten die immer und bei jedem wirken. Ich konnte mitreden, das hat mich dann zugegebenermaßen mit Stolz erfüllt, ich konnte das Vorgetragene durchweg verstehen und zum Großteil mit dem in den letzten Monaten erlebten bestätigen.Beeindruckt hat mich, dass "Die Alte Flugschule" (Sirius)in Großrückerswalde als eine der beiden in Sachsen vorhandenen Therapieeinrichtungen für Nutzer illegaler Drogen (dh für Alkohol gibt es noch mehr) seit letztem Jahr paralell zur Therapie die Vorbereitung auf einen Schulabschluss anbietet. Letztes Jahr haben das 6 Leute die den Hauptschulabschluss erreicht haben, einer davon war zur Therapievorbereitung in Pfaffroda gewesen, dieses Jahr 15, davon 4 für den Realschulabschluss. Die, die sich auf ein Schulabschluss vorbereiten brechen weniger die Therapie ab, sie sehen in dem Schulabschluss einen Wert und damit ist schon viel erreicht.Geprüft werden die Jugendlichen extern unter denselben Prügungsbedingungen wie jeder andere auch. Mancher Jugendliche hat zuletzt in Klasse sieben die Schulbank gedrückt, mitunter Jahre her, da ist es eine Leistung in einer halbjährigen Therapie jede Woche 30 Schulstunden zu absolvieren zusätzlich zum Therapieprogramm.
Zwei schöne Sätze gab gestern abend einer der Vortragenden zum Besten, damit schließe ich:

"Die Mutter der Ausschweifung ist nicht Freude, sondern Freudlosigkeit" (Nietzsche)

"Wer nur einen Hammer hat, denkt auch jedes Problem sei ein Nagel" (indonesisches Sprichwort)

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