Sonntag, Juni 24, 2007

Taizé


Donnerstag bis heute war es mir zum zweiten Male in meinem bisherigen Dasein vergönnt Taizé zu erleben. Gelassenheit und Ruhe habe ich gefunden.
Bereits auf der Fahrt fiel einiges von mir ab, verlassen das spießige Christendasein aus erzgebirgischen Gefilden. Allein schon beim Anblick der fast schon südländisch anmutenden Häuser im französichen Burgund, Taizé liegt ca 45 Autominuten südlich von Chalon sur Saone auf einem Hügel umgeben von wunderschöner Landschaft, wird mir warm ums Herz. Relativ flache Bauten, ungeputzte helle Steine, keine Keller, hübsche Fensterläden, oftmals große Pflanzen im Innenhof oder vor dem Haus. Balkon oder Terasse, zumindest eine Sitzecke vorhanden. Am Wegrand verschiedenfarbige Malven. Das Korn war teilweise schon abgerntet, Mohnblumen zauberhaft am Feldrand anzusehen. Und immer wieder diese schlichten, aber mein Herz anrührenden Häuser.
In Taizé selber waren die Tage nur 500 statt damals der 5000 Gäste, sehr angenehm. Man konnte so saubere Toilettenanlagen, einen halbwegs ruhigen Zeltplatz, kurze Warteschlangen beim Essen und unkompliziert Gesprächsmöglichkeiten mit einer der Schwestern oder einem der Brüder ergattern. In der Kirche war stets "Silence" und erschien mir letztes mal jedes der dreimal täglich stattfindenen Gebete noch endlos, so bin ich diesmal teilweise noch länger geblieben. Die schlichten, eingängigen Gesänge haben mir gut getan, wie erhofft. "Je me rapelle dans la nuit ton nom!"
In Taizé ankommen war wie heim kommen, ich habe mich sofort wieder wohl gefühlt. Das Gebiet um "Source St. Etienne" konnte ich ausgiebig genießen, soviel mit mir alleine war ich ewig nicht, wenn nicht gar noch nie. Wasserfälle und Seen sind sowieso Orte an denen sich meine Seele entspannt, in Taizé offenbar gleich recht.
Viele Schweden teilten mit uns die Zeit, einen bemerkenswerten Finne habe ich kennen gelernt. Mein Englisch schreit zum Himmel, verstehen kann ich vieles, selber sprechen fiel schwer, besserte sich aber von Stunde zu Stunde.
Die Landessprache gesprochen und gesungen hat mich erneut in ihren Bann gezogen. Bereits auf der Hinfahrt, kaum die Grenze passiert, französische Radiomusik, umgedreht hört man ja nicht unbedingt anhand der Radiomusik wann man Deutschland erreicht.





Bild oben: entstanden im Nachbarort Cormatin
Bild links: Quelle St. Etienne

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