Dienstag, Juni 19, 2007

Kindergeburtstag und Echtzeit

Ich habe schon seit ich erstmals so ein Dings sah damit geliebäugelt.
Natürlich tut es auch ein Stuhl. Aber irgendwie ist das schon auch langweilig und jeder hat ein Stuhl und egal wo man hinkommt, kann man auf Stühlen sitzen.
Eine zeit lang saß ich zur Erledigung von Pflichten, ich denke da an endloses Rechnen, ein Dank an dieser Stelle an meinen Lehrer des Matheleistungskurs, auf einem Ball.
Eine Gewichtsbegrenzung von 150 kg stand drauf, ich hätte da also dreimal draufgepasst, formschön und in modischem Schwarz stand er vor meinem Schreibtisch. Ja er stand, ich hatte keine Kapazität bei meinen denkerischen Hochleistungen mich noch darauf zu konzentrieren, dass der Ball nicht wegflutscht wenn ich nicht still sitzen kann, denn das kann ich normalerweise keinesfalls 1 oder 2, nicht selten 3 Stunden wie es mir, erneuter Dank an den Matheguru, damals abgenötigt wurde. Er stand also, weil er im unteren Kugeldrittel von einem Gestell umfangen war. Das war auch gut so, wer will schon wegrutschen oder nachts im Dunkel beim Weg zum Klo über ein vors Bett gerolltes Dings fallen.
Das war der Sitzball, schön wars, aber es hat keine Zukunft, zur Schwangeren und Rückbildungsgymnastik lebte die Ballzeit nochmals auf, aber als Sitzgelegenheit wurde er aus meinem Leben verbannt. Vorerst, denn eine gewisse Zuneigung kann ich nicht abstreiten.
Und nun Sohnemanns dritter Geburtstag, ist also nun ein richtiger Junge und kein Kleinkind mehr, und was bekommt der Knirps geschenkt? Einen riesigen, fetten Plüschesel, auf den ersten Blick zumindest. Beim zweiten Blick guckt einen das freundliche Gesicht des Plüschteils noch genau so an, aber man stellt fest, es hat keine Beine sondern ist nur Körper mit nahtlosem Übergang zum Kopf mit großen Schlappohren. Richtig! Ein Sitzsack! Sohn weiß den Eselsack nicht zu schätzen, ich dafür um so mehr.
Eigentlich wollte ich mich noch in Ausführungen zum dritten Gebärtag des Sohnemanns ergehen, es ist aber spät und damit sei nur gesagt: Nusskuchen noch am Backabend, korrekt erzählt war es bereits Mitternacht, zu kosten ist nicht sehr sinnvoll. Er muss ziehen und dann ist er richtig lecker!
Die gefräßige Verwandschaft hat jedenfalls einen äußerst schmackhaften Nusskuchen kredenzt, sie ließ sich auch nicht von der erschreckenden Zutatenliste beirren. Fast fünf Tafeln Schokolade und 8(!) ,in Worten acht, Eier sind noch nicht alles, der Rest steht in einem tollen Rezept in einem noch viel tolleren Buch.
"Echtzeit" war mein selbstgewählter Bildungsauftrag für heute. Es ist etwas verwirrend. Zusammenfassend kann ich sagen, es gibt Prozesse, wohl vorrangig relevant in der Informatik, die in realer Zeit, davon ist das Wort nämlich abgeleitet ablaufen, sie sind vorraussehbar wie lang sie dauern und verzögerungsfrei. Im Englischen wird das auch mit „real time“ beschrieben. Mein Vater würde jetzt eine Abhandlung über Zusammenhänge von Sprachfamilien und Ursprüngen liefern können. Mir liegt sowas nicht, ich bin erfreut über die Ähnlichkeit und gehe in mein Bett anstatt über gemeinsame sprachliche Wurzeln mit den Engländern noch auszuufern.

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