Mittwoch, Juli 13, 2011

PID

Ich bin regelrecht traurig über die Entscheidung unserer Obrigkeit.
Wie kann man das nur erlauben.
Unter dem Vorwand der Einzelfälle geht da wieder Schloss und Riegel auf.
Ich bin ganz dagegen- diese Zusatzklauseln machen mich trotzdem extra noch rasend..weils Lug und Trug ist.
Das beweisen die Abtreibungszahlen doch wunderbar. Nix Ausnahmen.
Rein menschlich betrachtet hätte ich für gewisse Ausnahmen sogar Verständnis für die Menschen und die Situation..es steht mir eh nicht zu darüber zu richten.Aber was hier wieder losgetreten wird.. Himmel hilf, dass es nicht so schlimm wird.
Eines Tages muss ich mich dann rechtfertigen wiel ich so schlecht sehe...es nimmt mich ja deshalb schon kaum eine Unfallversicherung und die die es tun, zu Schweinepreisen. 

Ich häng paar Tage hinterher..musste erst noch nachdenken..aber es gibt da nix nachzudenken..es bleibt für mich ein undenkbares Ding. 
Es wird da lieber Gott gespielt. 

7 Kommentare:

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Ich kann mich Dir nur anschliessen. Ich wollte dazu was schreiben, und finde die Worte nicht.
Wenn in die Familie ganz frisch ein Baby reinpurzelt, dessen Brüderchen vor einem Jahr an Trisomie 18 gestorben ist, die Mama die neue Schwangerschaft wieder mit der ganzen Seele begrüsst hat ...
dann ist das doch Erklärung genug, das PID so nicht sein darf...überhaupt nicht.
Mein Mann ist sich sicher, dass es eh schon lange gemacht wird...
Elisabeth

dicke, alte Frau hat gesagt…

Ich sehe es sehr kritisch, aber stellt Euch Folgendes vor:
Eine Familie bekommt ein Kind mit schwersten genetisch bedingten Mißbildungen, die diesem Kind nur ein Leben unter Qualen, Schmerzen und Entbehrungen erlauben. Dieses Kind stirbt unter furchtbaren Bedingungen. Ja, sowas gibt es auch.
Will man dieser Familie zumuten, im schlimmsten Falle nur solche Kinder zu bekommen? In diesen besonderen Fällen und nur in diesen Fällen sollte die PID erlaubt sein. Es darf keinesfalls dazu benutzt werden, nur Designerbabys zu schaffen!
Keines der wunderbaren, besonderen Kinder soll verhindert werden.
Aber leben wir nicht schon lange mit der Möglichkeit, diese besonderheiten einiger Kindr in der Fruchtwasseruntersuchung oder im Ultraschall zu sehen und den Eltern freizustellen, ob dieses Kind geboren werden darf?
Wie gesagt, in ganz besonderen Fällen sollte es, auch zum Segen der so ganz schlimm erkrankten Kinder, erlaubt sein.
Die Angst, die ich da habe, ist, wie es wäre, wenn wir uns nochmal mit einem braunen Dreck arrangieren müssen. Aber da müssen wir für sorgen, daß es nie wieder soweit kommt.
Ganz herzliche Grüße, die Christiane

Martina von Jolinas Welt hat gesagt…

Ich kann mich nicht entscheiden ob ich dafür oder dagegen sein will.
Denn es kann doch auch eine gute Sache sein, denn bevor ein Kind gar nicht geboren wird aus Angst vor einer schweren Krankheit und hier spreche ich wirklich von schwer und nicht solchem Pups wie zB. Down Syndrom.
Wer ein Baby auf Bestellung möchte und sich das leisten kann bekommt es eh schon in den USA und lässt es dort auch noch austragen, das gibt es doch schon............

Ach ja, und wenn man mir die Wahl lassen würde "Ich habe da zwei Zellhäuflein, nur für eines darfst Du Dich entscheiden, willst Du das gesunde oder das mit Beeinträchtigung?" Ich bin ehrlich, ich kenne meine Entscheidung.....:-(
Martina

Katharina hat gesagt…

Es geht hier doch aber nicht um eine Entscheidung die man treffen MUSS.
Sondern darum dass Leute losgehen und so eine bekloppte Entscheidung raufbeschwören. Babies vorsortieren.
Ich würde niemals eine Fruchtwasseruntersuchung oä machen lassen. was nützt mir denn das Ergebnis? Es ist schlimm, wenn man ein Baby austrägt, was ziemlich sicher sterben wird. Ich denke da an Anencephalie. Aber wie schwer lastet es auf einem wenn man abtreibt..man kann nicht "reset" drücken oder rückspulen..das Baby hat existiert...Ich kenne eine Paar, welches genetisch belastet ist- diese haben sich schweren herzens entschieden keine Kinder zu bekommen. Das find ich verantwortunsgvoller als auf Biegen und Brechen ein Kind zu erzwingen. Eine andere Bekannte hat eins adoptiert. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Und nicht immer ist das, was erst "leichter" erscheint dann wirklich leichter..das Gewissen hat schon manchen später eingeholt. Wie gesagt, das ist MEINE Einstellung. Ich bin da ohne Abstriche bei vorgeburtlichem Leben. Was nicht heißt, das sich nicht Mitgefühl mit der Situation von manchem habe. Es ist aber besser es gibt keine PID und keiner kann sortieren, als dass Tor und Riegel für alles geöffnet ist. So seh ich da halt.

Katharina hat gesagt…

Klar gibts schlimme Fälle, traurige Geschichten. Aber da sist echt wie das "Totschlagargument" bei der Abtreibungsdebatte "wennd as Kind aber durch Vergewaltigung"..wieviele Kinder entstehen bei sowas furchtbaren und wie hoch ist die Abtreibungsrate? Und genau sowas erwartet uns mit PID.

Postpanamamaxi hat gesagt…

Ihr Lieben,
ich habe lange über PID nachgedacht und mir meine Gedanken dazu gemacht.

Ich war auch immer jemand, die gesagt hat, ein Schwangerschaftsabbruch käme für mich nicht in Frage. Aus egal welchem Grund.

Bis zu dem Tag, wo ich erfahren habe, dass ich siamesische Zwillinge erwartet habe. Eineiige Zwillinge, die sich zu spät und deswegen nicht vollständig voneinander getrennt hatten. Am Unterleib dergestalt miteinander verbunden, dass sie eine unten verbundene Wirbelsäule hatten.
Das war Ende der 10. SSW und sie waren schon tot.

Ich trauere noch heute um sie, aber ich bin auch erleichtert, dass mir die Entscheidung über Leben und Tod abgenommen wurde. Weil man ein Leben daran zu tragen hat.

Durch Stella und Maria bin ich zum Sternenkinderforum gekommen und habe dort andere Betroffene kennengelernt.

Unter anderem eine Frau, die drei Kinder verlor, weil sie keine Nieren hatten. Jedesmal um die 20.-24. SSW. Bei dieser genetisch bedingten Fehlbildung ist kaum Fruchtwasser vorhanden und das arme Baby wird praktisch im Mutterleib erdrückt. Ich will nicht wissen, wie das wehtut.

Und wenn ich dann sehe, dass man so ein Leid für Babys und Eltern mit sinnvoll angewandter PID verhindern kann, dann denke ich anders darüber.

Ich denke auch anders über Spätabbrüche, seitdem ich mich selbst mit dem Thema befassen musste. Es gibt da nur die Wahl zwischen Pest und Cholera und beides ist schrecklich. Und niemand kann darüber ein angemessenes Urteil fällen außer den Betroffenen selbst.

Wobei ich hier und jetzt festhalten möchte, dass ich ein Kind mit T21 oder Mukoviszidose bekommen hätte und auch einem Baby mit Anenzephalopathie oder T18 erlaubt hätte, solange zu bleiben, wie es mag.

Ich habe die NT-Messung machen lassen bei beiden Söhnen, aber nicht als Selektionskriterium, sondern um besser vorbereitet zu sein, falls ich ein behindertes Kind erwartete.

Aber beispielsweise ein Kind ohne Nieren unter Qualen langsam zugrundegehen lassen - nein. Und ich glaube auch, dass ich meinen Zwillies ein Leben mit der Aussicht, untrennbare Schwerstpflegefälle zu sein, erspart hätte.

Lieber mir die Hölle danach (wenn Gott mich dafür dorthin geschickt hätte) als meinen Kindern ein höllisches Leben.
Ich bin sicher, Stella und Maria haben mich genau wegen meines Mutes zur Unbequemlichkeit als Mama ausgesucht. Und haben mich lieb. Weil sie wussten, dass ich nicht zerbreche, sondern stärker und klarer und entschiedener werde durch sie.

PID sinnvoll und ethisch klug angewandt schafft keine hochintelligenten perfekten Designerbabys, sondern kann viel Leid und Kummer vermeiden.
Ein Messer kann ja auch Werkzeug oder Waffe sein, je nachdem, in welcher Intention es genutzt wird.

Wir haben es selbst in der Hand.

Katharina hat gesagt…

Das ist ja das Problem- Waffen gelangen zwangsläufig in die falschen Hände.

Und ich glaube fest daran, dass Gott jedem von uns nur soviel zumutet wie er tragen kann und dass er uns dabei begleitet.
Mir fällt das oft schwer das zu glauben..aber oft genug weiß und erfahr ich das.

Ich bin mir eben nicht sicher, ob Gott uns Menschen PID in die Hände legen möchte um Leid zu vermindern.

Ich denke vielmehr da soll von anderer Seite viel neues Leid geschaffen werden.

Ich verurteil niemand der es nicht schafft sich für ein schwerkrankes KInd zu entscheiden (die wenigsten tragen Anencephalie, T18, T13 oä.) aus.

Ich stelle nur fest, wie ich dazu stehe und dass es für mich da eben kein Abrücken davon gibt.

Das klingt jetzt furchtbar, aber...
so wie mir durch eine Eileiterschwangerschaft großes Leid zugemutet wurde, die schlimmste Nacht meines Lebens in Todesangst dadurch entstand, Schmerzen und später Alpträume......ua durch Unfähigkeit von einer Vertretungsärztin....so mute ich es einem ungeborenen Kind zu, dass es evtl auch leidet. Ich nehme das winzige Risiko auf mich, dass das Baby leidet lieber auf mich als das größere Risiko dass es durch Fruchtwaseruntersuchung stirbt.
Ich kann für mich damit besser leben lieber zu wenig "rumgestochert" zu haben als zuviel.

Und ich kann auch nicht damit umgehen, dass einerseits davon gesprochen wird, dass das Ungeborene leidet und andererseits bei PID bewusst zuviele Embryos erzeugt werden und beim sortieren viel "Abfall" nämlich intakte Embryos die man aber nicht "braucht" einfach weggeworfen oder eingefrostet werden- die leiden dann ja genauso.....Zum Wohle des einen was dann evtl leben darf..müssen viele andere sterben...ich seh da nicht wo das besser ist, als wenn durch "natülriche Auslese" sortiert oder nicht sortiert wird.
Ich mag solche Entscheidungen nicht treffen und damit auch nicht leben.