Donnerstag, September 09, 2010

Das Tier Mensch

Der Mensch ist das schlimmste Tier. So oder so ähnlich habe ich es schon öfters gehört und gelesen. Innerlich möchte ich da immer aufbegehren. Aber es steckt soviel wahres drin.

Ich bin ganz "geflasht" von meinem ersten Tag im Drogenprojekt, seit einem Vierteljahr war ich ja nicht mehr dort. Vorgestern war das.

Es gibt Menschen die wurden von Menschen, in dem Falle eigentlich denen die sie beschützen sollten, wie Tiere behandelt. Die eigentlichen Tiere sind aber die, die das tun. Und wenn mans genau nimmt, Tiere sind da sogar menschlicher, falls ihr versteht. Ich beleidige hier fast die armen Tiere.
Schlimm ist nur, dass diese Schutzbefohlenen dadurch so schlimm depriviert werden, dass sie kein normales Leben mehr führen können. Nie wieder vielleicht. Sehr vielleicht in dem Falle.
Wo ist ein Platz auf dieser Erde wo Menschen die kaputte Seelen haben, leben können? Wo kann jemand der nicht lagens ist sich nach unseren Maßstäben "normal" zu verhalten existieren?
Das Traurige ist, man muss vor ihnen teilweise Angst haben und kann ihnen darum das was sie bräuchten gar nicht geben. Sie können es auch gar nicht annehmen.
Ich kann nicht genauer schreiben, ich darf es nicht und kann es nicht. Immer wenn ich denke, ein Mensch mit so schlimmen Schicksal hast du noch nicht gegenüber gestanden, kann das noch übertroffen werden. Es gibt immer noch eine Steigerung. Und ich habe schon einiges am Rand miterlebt, mehr als ein bisschen am Rand erleben ist es nicht als Sozialarbeiter, aushalten muss es der Betroffene leider letztendlich doch allein, und das genügt mir vollkommen. Dinge auf die ein "normaler" Mensch nicht käme, passieren da zwischen Menschen.
Die Hölle auf Erden bereiten, zu sowas sind Menschen fähig.
Es sind Opfer und man bekommt sie aber auch nur schwer aus der Rolle wieder raus.

Dass Kinder zu Tode oder an den Rand des Todes gebracht werden, das liest man und hört man, es nah dran auch nur einen Hauch zu spüren, das ist etwas anderes. Und man spürt es noch Jahre später, denn bei uns sind sie bereits fast erwachsen, manche sind es dem Alter nach auch schon (Zahlen sagen gar nichts...).

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

puh ... harter Tobak ... :(
Viel Kraft wünsch ich dir für deine Arbeit!!!


Für eine süße leckerein können kleine Brötchen helfen :)
Rezept findest du in meinem Blog: Backe, backe Kuchen Samea hat gerufen ...
Wie heißt es: Süßes macht das Leben ein kleines bisschen schöner ...

Ganz liebe Grüße Naemi

jonathan und seine familie hat gesagt…

Ach, Katharina!
Oft kommen mir solche Gedanken...wenn ich meine Kinder im Arm halte, sie tröste und einfach nur lieb habe....gerade JETZT, im Moment, passieren furchtbare Dinge an unschuldigen Kindern.
Schlechte, böse Menschen benützen ihre Vertrauensstellung..Elter, Betreuer...um unschuldigen Kindern Furcht-bares anzutun.

Liebes, ich verneige mich vor Dir! Du bist Anlaufstelle für Menschen, die es nie gelernt haben, dass sie liebenswert sind, dass ihr Leben lebenswert ist.

Das muss unfassbar viel Kraft brauchen,....und womöglich siehst Du gar keinen momentanen Erfolg...doch Du bist da!
Gib nicht auf, bitte!
Es hat seinen Grund, tief im Lebensplan, in Deiner Bestimmung.

Gib nicht auf!
Barbara

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Ich hab ja den Daniel. Und er ist durch den Unfall als Kind schon vorgeschädigt, und dann hat er als Jugendlicher doch wohl mehr ausprobiert, als wir jemals ahnten (das kommt grad diese Tage so raus). Und er ist grad wieder drauf....ja, wie helfen...wenn manchmal angstmachende Situationen entstehen. Wenn Hilfe gar nicht gewollt und verstanden wird. Wenn ein Betreuer dann auch noch so was von unnütz und verletzend ist...
Wie hältst Du nur Deine Arbeit aus. Wie schaffst Du das? Bitte, pass gut auf Dich auf. Ich weiss, was Du da erlebst...
Bin ja nicht so stabil, weil alles ein bißchen viel wird grad
aber lass Dich fest drücken, oder wir nehmen uns gegenseitig in den Arm..schönes Wochenende
Liebe Grüße
Elisabeth

Ilana hat gesagt…

²Es sind Opfer und man bekommt sie aber auch nur schwer aus der Rolle wieder raus. "

Das ist auch nicht dein Job, nur das Opfer selbst kann darum kämpfen aus dieser Rolle auszusteigen - das kann kein anderer machen.

Und dazu muss man einiges tun. Leider ist das nicht so einfach.

Ich weiß nicht genau was ihr an Therapieangeboten habt, aber mehr könnt ihr - und du - nicht tun: Hilfe anbieten und vermitteln

Doch helfen könnt ihr nur, wenn der Betroffene sie annehmen will (und ich schreibe bewusst will und nicht kann - denn am können kann man arbeiten, wenn der Wille dazu da ist).

Bitte achte auf dich, schütze dich, denn du hilfst ihnen nicht, wenn du dich selbst dabei verlierst oder übernimmst!

Als Mitarbeiter der Beratungsstelle musst du lernen dich abzugrenzen, sonst schadest du nicht nur dir.

Ich denke und bete für dich :)