Bei uns im Ort gibt es einen Schreibwarenladen- der hat seinen Name aber schon lang nicht mehr verdient. Eher Lottoladen...
Wenn man dort einen Block Papier oder ähnliches sinnvolles erwerben will, darf man damit rechnen, ewiglang hinter Lottowütigen ausharren zu müssen, die ihre Tippscheine wohlsortiert abgeben und zeitgleich auf sehr umständliche Art neue erwerben wollen. Bevorzugt noch für die halbe Verwandtschaft mit, damit es sich für den dahinter richtig lohnt .
Ich hab ja geglaubt nicht richtig zu hören, was die Menschen des Irrsinns- anders kann ich das nicht nennen, da für Summen hinblättern. Für ein popliges billig bedrucktes Scheinchen. 18 € für den da und "ach woll´n se auch dies noch?" Und wieder 11 € weg. Na sind die noch zu retten?
Dann bin ich an der Reihe gewesen und die Dame die den Laden verlassen will entschuldigt sich noch bei mir, dass sie da so lang gekäst hat. Obwohl ich etwas angesäuert bin, lächle ich und winke ab- eigentlich tut sie mir ja leid die gute Frau. Ich verkneife mir ein "Wer soviel Geld zum Fenster rauswirft, tut mir so leid, dass ich gern gewartet habe"- soll ja nicht heißen, dass ich dem wenigen vorhandenen Einzelhandel in Lengefeld noch geschäftsschädigend gegenüber treten will.
Beim Verlassen des Ladens springt mich ein Hinweisschild an mit der Aufschrift "Glücksspiel kann süchtig machen", dazu noch ein Verweis auf eine Internetseite, die mir aber entfallen ist.
Beim Heimgehen frage ich mich, wie oft so ein Schein gekauft werden muss und wieviel Geld da im Jahr rausgeworfen wird. Weil bei der Wohlfahrt ist die Lottogesellschaft sicher nicht und die Verkäuferin muss ja auch von was leben.
Daheim stelle ich fest, dass ich den falschen Block gekauft habe. Transparentpapier statt weißem
Schreibblock. Wunderbar. Weils so schön war also Montag gleich nochmal.